Interview mit Alejandra Cerezuela

Julia Onken, 28.10.2019

Alejandra Cerezuela
Alejandra Cerezuela

Alejandra Cerezuela hat im Frauenseminar ihre Ausbildung zur dipl. psychologischen Beraterin und zur Kursleiterin mit eidg. Fachausweis absolviert. Ab Frühjahr 2020 wird sie im FSB selbst unterrichten und Frauen in ihrer Entwicklung begleiten.

 

Im Fachverband Schweizerischer Gesellschaft für Beratung vertrittst Du als Delegierte das Frauenseminar Bodensee. Auch in der Projektarbeit des SGfB hast Du Dich engagiert. Was heisst das für Dich und für Deine Arbeit in der Beratung?

Meine Arbeit als Verbandsdelegierte schätze ich, weil ich Menschen begegne, die in verschiedenartigen Fachrichtungen tätig sind. Die Schwerpunkte in der Beratungsarbeit sind unterschiedlich festgelegt. Ebenso mannigfaltig ist die Gruppe der TeilnehmerInnen an den Verbandstreffen. Diese Vielfältigkeit wirkt sich sehr inspirierend auf mich aus. An den Delegierten-Treffen werden hauptsächlich verbandsspezifische Themen besprochen.

Du bist ausgebildete Heilpraktikerin. Zudem hast Du Dich als psychologische Beraterin FSB/SgfB und als Kursleiterin mit eidg. Fachausweis weitergebildet. Du unterrichtest ab Frühjahr 2020 am Frauenseminar Bodensee als Dozentin im Lehrgang Psychologische Beratung. Auch bist Du als Supervisorin im FSB akkreditiert. Was gefällt Dir an Deiner Tätigkeit besonders?

Mir gefällt die Vielseitigkeit meiner Tätigkeit. Als Heilpraktikerin und psychologische Beraterin setze ich mich mit den Fragen von Menschen, die mich aufgrund von körperlichen oder psychischen Beschwerden aufsuchen auseinander. Am Frauenseminar Bodensee vermittle ich Schülerinnen psychologisches Wissen und biete Kursabsolventinnen Unterstützung, die bereits in der Beratung tätig sind. Die Bandbreite der Themen fordert mich heraus und spornt mich an, selber «am Ball» zu bleiben. Ich schätze die persönlichen Gespräche mit meinen Klienten/Schülerinnen und freue mich, wenn im Laufe einer Beratung eine sichtbar positive Entwicklung durchlebt wird

Gibt es noch weitere berufliche Ziele, die Du Dir gesteckt hast?

Es ist mir ein Bedürfnis, mein Wissen und mein Können einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich möchte meine Berufserfahrungen mit Menschen grosszügig teilen. Zurzeit biete ich meine Dienstleistung zusätzlich im Bereich «Firmencoaching» an. Einerseits stehe ich für ein Team (z.B. Arztpraxis) als Coach im Einsatz um Zusammenarbeit und gegenseitige Achtung und Wertschätzung zu fördern. Andererseits unterstütze ich Mitarbeitende bei der Optimierung von Organisation und Arbeitsabläufen in der Praxis.

Ist es nicht schwierig Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Beruf und Familie miteinander zu vereinen ist in der Tat keine einfache Aufgabe. Ich bin ein Organisationstalent und verfüge über die Fähigkeit, Abläufe effizient und logisch zu gestalten. Dadurch habe ich viel Zeit eingespart. Partner oder Grosseltern sind dabei eine grosse Unterstützung. Diese haben während meiner/unserer Abwesenheit anfallende Hausarbeit erledigt und eine «rund-um-die-Uhr-Betreuung» für die Kinder gewährleistet. So konnte ich ruhig meinen Tätigkeiten ausserhalb der Familienarbeit nachgehen. Meine selbständige Praxistätigkeit gab mir im übrigen die Freiheit, berufliche Termine mit privaten Anlässen abzustimmen. So konnte ich z.B. Ferien, Arzttermine und persönliche Bedürfnisse der Kinder in meiner Agenda ohne Absprache mit einem Vorgesetzten eintragen. Trotz dieser Annehmlichkeiten benötigte es für mich Mut, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Du bist Mutter von 2 Töchtern und 1 Sohn. Worauf bist Du besonders stolz?

Ich bin besonders dankbar erleben zu dürfen, wie meine Kinder sich gegenseitig unterstützen und sich in verbindlicher Art und Weise füreinander einsetzen. Die jungen Erwachsenen leben alle ihr eigenes Leben. Ist im Lebensbereich eines Einzelnen Unterstützung gefragt, sind die Kinder einander gegenüber sehr hilfsbereit. Wir pflegen als ganze Familie einen schönen Zusammenhalt.

Was ist die grösste Herausforderung für junge Frauen, damit sie sich nicht unterkriegen lassen?

Der Alltag in einem jungen Leben ist gefüllt mit Pflichten der Gegenwart sowie Wünschen und Sehnsüchten für die Zukunft. Oft bleibt wenig Zeit um sich mit sich selbst und seinen Gefühlen auseinander zu setzen. In gesundem Selbstkontakt zu stehen ist jedoch enorm wichtig, damit die Weichen für zukünftige berufliche und private Entscheide passend zur Persönlichkeit gestellt werden. Werden Bedürfnisse erkannt, braucht es eine grosse Portion Mut, diese zu äussern und in Tat umzusetzen. Sich zu exponieren ist nicht unbedingt «typisch schweizerisch». Wie heisst es so treffend: Bescheidenheit ist eine Zier …

www.cerezuela-praxis.ch

0Noch keine Kommentare

Ihr Kommentar
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen